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Gutes Benehmen: So glücklich macht es & so funktioniert es

One Million Dreams
30. November 2020
Gutes Benehmen beginnt laut Experten häufig in der Kinderstube Bild:iStock

Anstand und Rücksichtnahme erleichtern unser Leben enorm – vor allem in diesen Zeiten. Aber was macht gutes Benehmen wirklich aus – und was geht gar nicht? Wir verraten die zehn wichtigsten Umgangsformen.

An der Kasse jemanden vorlassen, Bitte und Danke sagen, sich entschuldigen – oft sind es diese Kleinigkeiten, die unseren Alltag mit ein bisschen Zuckerguss überziehen, das Miteinander freundlicher machen. Vor allem jetzt, in Zeiten von Corona, ist gutes Benehmen unerlässlich und wichtiger denn je. Denn Höflichkeit bedeutet nun vor allem auch, umsichtig zu sein. Abstand zu wahren, um andere nicht anzustecken, aber gleichzeitig auch aufmerksam zu sein für die Bedürfnisse seiner Mitmenschen. Ein Lächeln und einen freundlichen Gruß zu verschenken, wenn man auf einen einsamen Spaziergänger trifft, für ältere Nachbarn einzukaufen oder auch einfach mal nachzufragen, ob es dem Gegenüber in diesen wilden Zeiten auch wirklich gut geht.

Die Deutschen wünschen sich mehr gutes Benehmen

Doch genau diese Aufmerksamkeit anderen gegenüber schwindet in unserer Gesellschaft gerade mehr und mehr. Das finden einer YouGov-Umfrage zufolge 75 Prozent der Deutschen. Leider zu Recht, bestätigen Experten. Und erklären, fehlende Höflichkeit beruhe oft auf einer großen Unsicherheit. Die führt auch dazu, dass wir direkte Begegnungen meiden oder lieber wegschauen. Denn im Gegensatz zu früher, als durch Etikette und Hierarchien ganz klar geregelt war, wer sich wem gegenüber wie zu verhalten hatte, leben wir heute in einer demokratischeren Gesellschaft. Unsere Normen sind nicht mehr so starr definiert. Das hat zwar viele Vor-, aber auch einige Nachteile.

Gutes Benehmen: Respekt und gegenseitige Wertschätzung

Höflichkeit ist in unserem Zusammenleben jedoch extrem wichtig, betonen Psychologen immer wieder. Sie ist der Ausdruck für Wertschätzung anderen Menschen gegenüber. Höflichkeit als Form von Freundlichkeit – und nicht im Sinne starrer 50er-Jahre-Benimmregeln – ist so etwas wie das Schmiermittel unseres gemeinsamen Miteinanders. Sie kann regelrecht entwaffnend wirken – und wer freundlich zu anderen ist, wird meist ebenfalls wertschätzend behandelt.

Höfliche Menschen besitzen emotionale Intelligenz

Doch woher kommt es, dass manche Menschen dem Anschein nach keine Benimmregeln kennen? Manchmal steckt dahinter eine schlechte Kinderstube, meinen Experten. Einige selbstbezogene Menschen wiederum interessiert es schlichtweg nicht, wie sich ihr Verhalten auswirkt. Ihnen fehlt die emotionale Intelligenz, sich in andere einzufühlen. Höflichkeit ist eben mehr als nur gutes Benehmen. Sie kann den Umgang mit anderen enorm erleichtern – und so das ganze Leben schöner machen.

Gutes Benehmen: Die 10 wichtigsten Umgangsformen

Laut einer deutschlandweiten Knigge-Befragung sind uns derzeit die folgenden Verhaltensweisen am wichtigsten:

  1. Sich stets rücksichtsvoll anderen gegenüber verhalten.
  2. Gespräche richtig führen, andere ausreden lassen und ihnen auch wirklich zuhören.
  3. Höfliches Benehmen an die jeweilige Situation anpassen, statt starre Umgangsregeln zu befolgen.
  4. Gute Manieren bei Tisch (nicht mit vollem Mund sprechen usw.).
  5. Höfliche Ausdrucksformen, z. B. Bitte und Danke sagen.
  6. Pünktlich sein.
  7. Für andere eintreten und Zivilcourage zeigen.
  8. Älteren Menschen in öffentlichen Verkehrsmitteln seinen Platz anbieten.
  9. Anderen ganz unabhängig vom üblichen Geschlechterrollenverständnis helfen.
  10. Toleranz für die Gepflogenheiten anderer Kulturen und Völker entwickeln.

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Cosmopolitan